FAQs KREIS:GELD

KREIS:GELD – die lokale Kultur-Währung

KREIS:GELD ist eine lokale Währung, die in Läden, Cafés und bei lokalen Partnern erworben werden kann. Im Prinzip ist es ganz einfach, du gibst 2€ und bekommst dafür eine Münze, mit der du direkt ein lokales Projekt unterstützen kannst.

Was ist ein lokales Projekt?

Ein lokales Projekt kann alles sein, das in deiner Nachbarschaft passieren soll, was die Bewohner*innen des Sandleitenhofs und drum herum gerne machen wollen, aber vielleicht etwas Geld zur Realisierung fehlt. Hierbei sind erstmal keine Grenzen gesetzt, ob es ein Fussballturnier ist oder ein intergenerationaler Kochkurs, ein multinationales Gartenprojekt, eine Nähwerkstatt, ein Lastenfahrrad für alle, ein Konzert auf dem zentralen Platz oder eine Stadtteil-Verschönerung oder oder oder.

Diese Projekte können sich bei uns um eine Projektförderung bewerben und, sofern sie eine Vorauswahl passiert haben, an einer Auswahl-Veranstaltung teilnehmen, an der sie ihr Konzept vorstellen und erläutern können, was wann, wie mit der Förderung passieren wird.

Die Kriterien zur Vorauswahl könnt ihr bald auf der Webseite www.circular.community finden.

Muss ich ein Verein oder eine Firma sein, um mich bewerben zu können?

Nein, die Ausschreibung richtet sich an alle Menschen, die im Grätzel leben, egal ob als Gruppe organisiert oder aktive Einzelperson.

Wichtig für die Vorauswahl ist jedoch, dass das Projekt von Nachbarn für Nachbarn ist und immer alle Menschen im Grätzel anspricht, einlädt und die lokale Gesellschaft durch das Projekt ein Stück mehr Gemeinschaft wird.

Wo kann ich mich über die Projekte Informieren?

Auf der Projektwebseite www.circular.community stellen sich die jeweils aktuellen Projekte kurz vor. Im Laufenden Auswahlzyklus gibt es zudem Veranstaltungen, zu denen sich die Projekte auch jeweils kurz vorstellen. Zu guter Letzt stellen sich die Projekte auf der Auswahl-Veranstaltung vor.

Was ist mein Beitrag?

Es gibt unterschiedliche Beiträge, die jede/r leisten kann:

  1. durch den Kauf von KREIS:GELD direkt Projekte unterstützen
  2. KREIS:GELD-Botschafter*in werden und eine Wechselstube aufmachen
  3. selbst ein Projekt ausdenken und sich um Förderung bewerben
  4. andere Projekte tatkräftig unterstützen
  5. sich zusammenschließen und Freunde und Bekannte zu Veranstaltungen mitbringen
  6. uns bei der Koordination der Aktivitäten, der Buchhaltung und den Veranstaltungen helfen
  7. Neue Ideen einbringen und mitmachen
  8. mithelfen, dass niemand verloren geht, dass viele unterschiedliche Menschen zusammen Nachbarschaft gestalten, aktive Nachbar*innen werden.
  9. wenn ihr Ideen habt oder aktiv werden wollt, könnt ihr euch bald direkt per Mail anmelden.

Was passiert mit meinem Geld?

Von jeder Münze gehen 50% Erlös in die Finanzierung des Projekts, d.h. es wird eine Stelle geschaffen, die durch jemand aus dem Grätzel besetzt werden kann. Diese Person wird die Koordination des Projekts und der Aktivitäten vornehmen, Ansprechpartner*in für alle Interessenten sein sowie die Gelder verwalten.

Die anderen 50% könnt ihr bei der einmal im halben Jahr stattfindenden Auswahl-Veranstaltung direkt dem Projekt geben, das ihr am liebsten realisiert sehen wollt. So nimmt dein Geld direkt Einfluss auf das, was in deiner Nachbarschaft passiert.

Und was habe ich davon?

Neben dem, dass deine Nachbarschaft durch KREIS:GELD viel lebendiger wird und Dinge passieren, die bislang am Geld gescheitert sind, hast du selbst auch direkt was davon: deine Zufriedenheit wird steigen, dein Karma verbessert sich und du lernst viele (neue) Leute kennen.

Zudem wirst du durch den Kauf von KREIS:GELD automatisch zur/m Aktionär*in. Beim Kauf bis 25 Münzen für das Halbjahr ab 50 Münzen für das Kalenderjahr und ab 100 Münzen für immer.

Für unsere Aktionär*innen haben wir uns was ganz besonderes ausgedacht:

  1. Es wird regelmäßig kostenpflichtige Veranstaltungen wie Filmabende, Diskussionsveranstaltungen, Vorträge etc. im Community Art Center im Alten Kino geben, an denen unsere Aktionär*innen aller Beteiligungs-Stufen (25/50/100 Münzen) kostenlos teilnehmen können. Es reicht, wenn ihr am Einlass zu den Veranstaltungen euren Aktionär*innen-Ausweis vorzeigt.
  2. Aktionär*innen der Beteiligungs-Stufen (50/100 Münzen) können einmal im Halbjahr an einem unserer speziellen Workshops für Aktionär*innen kostenlos teilnehmen. Dies sind unterschiedlichste Gemeinschafts-Angebote, die separat an die registrierten Aktionär*innen versendet werden.
  3. Die Aktionär*innen, welche nachweislich 100 oder mehr Münzen gekauft haben, bekommen eine Goldene Münze von uns, die einen ideellen Wert von 100 Punkten hat. Dieser Wert spielt insofern eine Rolle, dass diese 100 Punkte dem Projekt, das die Goldene Münze bekommt, bei der Auszählung zu Gute kommt. Das heißt, dass der Gesamtbetrag des Projekts, welches am Ende am meisten Punkte (reale Münzen plus Goldene Münzen) hat, verdoppelt wird. Hierfür suchen wir lokale Sponsoring-Partner*innen, die Interesse haben den Betrag zu begleichen.

Interesse? Kennt ihr jemanden, den wir ansprechen könnten? Dann könnt ihr euch bald direkt per Mail anmelden.

Aber dies ist immer noch nicht alles:

Die/derjenige, die/der im jeweiligen Halbjahr nachweislich am meisten Münzen gekauft und somit den lokalen Initiativen monetär am meisten geholfen hat, bekommt einen speziellen Spender*innen-Preis und wird im Rahmen der Auswahl-Veranstaltung geehrt. Eine ebensolche Ehrung bekommt der/diejenige, welche/r den einzelnen Projekten mit Tat und Rat zur Seite gestanden und am meisten mitgeholfen hat, damit die Nachbarschaft zu einer vielfältigen, bunten, lebendigen Nachbarschaft geworden ist. 

Wie werde ich Aktionär*in?

Um in den Genuss der Vorteile zu kommen müsst ihr nichts weiter tun, als euch per Formular zu registrieren, das ihr bei den Ausgabestellen und an den Veranstaltungen bekommen könnt. Es wird euch dann gleich ein Aktionär*innen-Ausweis ausgestellt und ein Sparbuch, in dem eingetragen wird, wie viele Münzen ihr in dem jeweiligen Halbjahr gekauft habt. Das Sparbuch wird nach jeder Auswahl-Veranstaltung entwertet und du bekommst ein neues.

Was passiert, wenn sich kein Projekt bewirbt?

Im unwahrscheinlichen Fall, wenn sich kein Projekt bewerben sollte, dann spenden wir das eingenommene Geld an einen gemeinnützigen Zweck entweder im Grätzel oder nahe am Grätzel.

Transparenz ist uns sehr wichtig, deshalb werden die Einnahmen und Ausgaben transparent dargestellt, sodass jede/r zu jeder Zeit Einblick in die Finanzen nehmen kann. Bei jeder Auswahl-Veranstaltung wird ein Rechenschaftsbericht vorgetragen und liegt zur Einsicht aus, sodass du dir absolut sicher sein kannst, dass du immer weißt, was mit dem Geld passiert.

Zurückgeben der gekauften Münzen oder Rücktausch gegen den eingesetzten Betrag ist leider nicht möglich.

Was passiert, wenn ich bei der Auswahl-Veranstaltung nicht dabei sein kann?

Die ausgegebenen Münzen gelten jeweils für das Halbjahr, in dem sie ausgegeben werden und unterstützen auch nur die Projekte, die sich um Förderung bewerben. Die Münzen können nicht im folgenden Halbjahr verwendet werden.

Am Ende jeder Auswahl-Veranstaltung wird genau ausgezählt, wieviel Münzen jedes Projekt bekommen hat und die äquivalente Summe in Euro an das entsprechende Projekt ausbezahlt.

Für die Differenz machen wir zwei Vorschläge:

  1. Die Differenzsumme wird durch alle Projekte, die sich beworben haben geteilt und paritätisch an jedes der Projekte ausbezahlt
  2. Die Differenzsumme wird an einen gemeinnützigen Zweck entweder im Grätzel oder nahe am Grätzel gespendet. An der Auswahl-Veranstaltung entscheidet dann jede/r mit, welcher Zweck das sein soll.

Kann ich auch Spenden?

Für die eingereichten Projekte kann im laufenden Zyklus nicht gespendet werden. Wenn du spenden willst, ist das nur „indirekt“ entweder für die Erhaltung der Organisationsstruktur (Arbeitsstelle, Verwaltung, Orga-Team, Catering der Auswahl-Veranstaltungen etc.) oder für die Projekte im nächsten Zyklus möglich.

Du kannst aber selbstverständlich so viele Münzen wie du magst kaufen und diese dann an der Auswahl-Veranstaltung deinem Lieblingsprojekt direkt zukommen lassen.

Wenn du Fragen zu Spenden oder Sponsoring hast, melde dich gerne per Mail: dialog@circular.community oder Telefon bei uns oder sprich uns auf einer unserer Veranstaltungen an.

Wer steckt dahinter?

Hinter KREIS:GELD stehen SOHO in Ottakring und das Produktionskollektiv Wien.

SOHO in Ottakring ist ein im Jahre 1999 aus einer KünstlerInnen-Initiative entstandenes Kunstprojekt und -festival im urbanen Raum, welches sich bis 2012 über das Brunnenviertel von Ottakring, 16. Wiener Gemeindebezirk, ausdehnte und seit 2013 einen neuen Fokus auf das Gebiet Sandleiten am nordwestlichen Rand von Ottakring setzt. In kontinuierlicher Arbeit fokussiert SOHO in Ottakring auf Fragen nach Teilnahme und Mitsprache im öffentlichen Leben ,auf Aspekte der Urbanität und Stadtteilentwicklung, auf Möglichkeiten der Partizipation im lokalen Umfeld mittels künstlerischer Interventionen und prozessualem kollaborativem Arbeiten.

Die Zusammenarbeit und Kooperationen mit Kunstschaffenden auf nationaler und internationaler Ebene, mit verschiedenen örtlichen Gruppen und Institutionen wie z.B. Gebietsbetreuung Ottakring, Schulen und Kultureinrichtungen der Umgebung, Jugendzentren, mit Kunstschaffenden, Geschäftsleuten und BewohnerInnen aus der Nachbarschaft, sowie die offensive Nutzung des öffentlichen Raumes während des frühsommerlichen – seit 2011 biennal veranstalteten – 2-wöchigen Festivals sind wesentliche Merkmale von SOHO in Ottakring. Von Beginn waren Zwischennutzungen von leerstehenden Lokalen und Gebäuden ein wichtiger Bestandteil für die künstlerische Präsenz während der Festivalzeit.

Das Spannungsfeld der unterschiedlichen Interessen an dem Gebiet, in dem SOHO stattfindet, bilden den Unterboden – und bei manchen Kunstprojekten auch den Nährboden – der künstlerischen Arbeiten. Die Bandbreite dieser Arbeiten ist groß und reicht von „klassischen“ Ausstellungen bis zu konkreten sozial-politisch engagierten Projekten, welche die Implikationen des Viertels als modellhafte gesellschaftliche Problemfelder aufgreifen und in den Mittelpunkt rücken. Diese künstlerische Praxis wird besonders unterstützt.

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Die Stadt und der öffentliche Raum als komplexes Handlungs- und Reflexions- Feld, bildet den Ausgangspunkt für das Wirken des Vereins Produktionskollektiv Wien. Dabei stehen auf lokaler, regionaler, nationaler wie internationaler Ebene die kulturelle und soziale Stadtentwicklung im Mittelpunkt, die begleitet wird durch Vermittlung und Stärkung lokaler Demokratien (Demokratiebildung und Demokratieentwicklung z.B. durch Beteiligungsprozesse). Der Verein möchte hier sowohl auf individueller Ebene wie auch in hoheitlichen Prozessen der Kultur, des Sozialwesens auf politische und stadtplanerische Entwicklungen einwirken und fokussiert hierbei einen systemischen Wandel. 

Der Verein fördert den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Kunst, Kultur und Zivilgesellschaft. Internationale Mobilitätsprojekte sind dabei eingeschlossen.

Der Verein versteht sich ebenfalls als Plattform für Vielfalt und Toleranz. Daher verpflichtet sich der Verein intergenerativ, interdisziplinär, interkulturell, multiethnisch, multireligiös und inklusiv zu wirken. Er agiert hierbei als organisches Netzwerk, das allen Interessierten basierend auf den Vereinswerten Inklusion, Offenheit, gelebtes Miteinander, Ausgewogenheit, Unabhängigkeit und Mündigkeit, Raum für ein soziales Miteinander bietet. 

Das Zusammenbringen der unterschiedlichsten individuellen Ressourcen zur Verwirklichung von gemeinsamen Projekten einerseits und die daraus resultierenden individuellen Erfahrungen andererseits sind Hauptaufgaben des Vereins. 

http://www.produktionskollektiv.net

Warum macht ihr sowas?

Wir glauben an eine offene, vielfältige und friedlich miteinander lebende Gesellschaft, die auf nachbarschaftlicher Ebene zur (Lebens-)Gemeinschaft werden kann. Gerade in den schnelllebigen Zeiten wie heute fehlen vielen Menschen Kontakte zu Anderen, auch und im Besonderen in der unmittelbaren Nachbarschaft. Viele Menschen fühlen sich überfordert, hilflos oder einsam. Es fehlt an Verbindungen, Kontakten und der Motivation rauszugehen und etwas zu starten.

Aufgrund unserer langjährigen Arbeit im Sandleitenhof haben wir dieses auch hier erlebt und sind der Meinung das sollte sich ändern. Deshalb haben wir im letzten Dezember mit einem Grobkonzept für eine lokale Währung an einer Ausschreibung von respACT und AustrianStartups teilgenommen. Bei der Circle 17-Ausschreibung geht es um die aktive Zusammenführung (“Matchmaking”) von nachhaltig agierenden Startups mit am österreichischen Markt etablierten Unternehmen und zivilgesellschaftlichen AkteurInnen. Aus diesen Partnerschaften sollen innovative Geschäftsmodelle mit einem Fokus auf nachhaltiger Entwicklung im Sinne der Sustainable Development Goals (SDGs) entstehen.

Circle 17 ist eine Initiative zur Förderung innovativer Wirtschaftskooperationen, welche einen aktiven Beitrag zur Erfüllung der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) leisten. Die Ausschreibung wurde initiiert im Rahmen der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und orientierte sich entlang der globalen Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDG`s).

Die 2015 von allen Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen verabschiedeten Ziele, die für alle entwickelten und sich entwickelnden Länder in einer globalen Partnerschaft einen dringenden Aufruf zum Handeln darstellen, bieten eine gemeinsame Blaupause für Frieden und Wohlstand für die Menschen und den Planeten, jetzt und in der Zukunft. Sie erkennen an, dass die Beseitigung von Armut und anderen Benachteiligungen Hand in Hand gehen muss mit Strategien, die Gesundheit und Bildung verbessern, Ungleichheit verringern und das Wirtschaftswachstum ankurbeln – und dies bei gleichzeitiger Bekämpfung des Klimawandels und beim Schutz unserer Ozeane und Wälder.

Wir sind der Überzeugung, dass es auf kleiner lokaler Ebene genau so wichtig ist die Entwicklungsziele im Blick zu behalten wie auf großer globaler Ebene. Dieses konnten wir schon im ersten Durchgang des Wettbewerbs beweisen und die Jury von uns uns dem lokalen Projekt überzeugen. Besonders stolz sind wir darauf, dass wir den mit 500€ dotierten „Community Award“ gewonnen haben. Dabei ist uns das Geld nicht so sehr wichtig – sicher, Geld brauchen wir zur Umsetzung unserer Ziele auch – viel wichtiger war und das Bekenntnis der Jury zu dem Projekt und die damit verbundene Bestätigung der Relevanz. Aus diesem Grund haben wir das nun vorliegende Projekt gestartet.

www.circle17.at

https://www.respact.at/site/de/themen/sdgs

https://sustainabledevelopment.un.org/

Wohin wende ich mich, wenn ich noch Fragen habe?

Wenn du noch Fragen, Anregungen, Wünsche oder Ideen hast, spenden willst oder Interesse an Sponsoring hast, melde dich gerne per Mail: dialog@circular.community oder Telefon  bei uns oder sprich uns auf einer unserer Veranstaltungen an.

Ansonsten bleibt uns nur noch der Appell:

Sei die Veränderung, die du dir für deine Nachbarschaft wünschst oder unterstütze Menschen die tolle Ideen haben aber Hilfe brauchen. Investiere in KREIS:GELD, die neue lokale Projektwährung, die Gutes tut – für dich, für andere!